Sehen ist 'ne feine Sache. Man sieht z. B., wenn die Ampel grün ist. Natürlich sieht Mann und Frau auch ein jedes Hindernis und kann ihm aus dem Weg gehen. Und wie findet man heraus, ob man direkt von einem Gewitter heimgesucht wird? Die Antwort: Augen auf, und schon sieht man, was man wissen will.
"Ja aber hallo! Ich dachte, hier geht's um's Hören und die Ohren, nicht um's Sehen und die Augen!"
Richtig! Tut's ja auch! Selbst, wenn es etwas irreführend ist, habe ich bewusst so angefangen, denn alles, was man da oben beschrieben mit den Augen sieht, kann ich hören. Ich fange mal der Reihenfolge nach an.
Das erste Beispiel lässt sich am besten an einer einfachen Kreuzung erklären:
Ich stehe an der Straße und möchte sie überqueren. Die Parallelstraße verläuft rechts neben mir. Könnte ich nun sehen, wäre die Sache ja ziemlich einfach, aber so muss ich mir anders behelfen. Das mache ich, indem ich auf den fahrenden Verkehr achte. Höre ich die Autos auf der sich vor mir befindlichen Straße an mir vorbeifahren, kann ich sie nicht überqueren. Es ist für mich als rot. Sobald aber die Autos auf der Straße anfahren, die parallel zu mir verläuft, und zwar von rechts vorne, weiss ich, dass grün ist und gehe los. Natürlich muss ich dann noch "schauen", ob von rechts hinten nicht noch einer abbiegen will und schneller ist, als ich. Aber meine Ohren 'sehen' eigentlich recht gut.
Dazu muss ich aber noch sagen, dass ich das, wie die meisten Blinden auch, nicht von vornherein wusste. Dafür gibt es ein Mobilitätstraining, bei dem man nicht nur lernt, wie man mit dem weißen Blindenstock umgeht, sondern auch solche Grundkenntnisse vermittelt bekommt. Wer Näheres über das Mobilitätstraining wissen möchte, der begebe sich bitte entweder auf die Seite des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes e. V. oder auf die des Bildungszentrums für Blinde und Sehbehinderte in Nürnberg.
Jetzt zu den Hindernissen: Durch das Geräusch, dass der Blindenstock beim Pendeln verursacht, aber auch durch die Umweltgeräusche werden Hindernisse für mich hörbar. Die Geräusche werden von z. B. Autos, Hauswänden, Laternenpfählen, Ampeln usw. reflektiert, und diese Reflektion der Schallwellen nehme ich mit meinen Ohren wahr. Ich habe das Glück, ein absolutes Gehör zu besitzen. So klappt das bei mir besonders gut, was jetzt aber nicht heißt, dass ich genauso früh einem Hindernis ausweichen kann, wie jemand, der gut sieht. So mag das manches Mal schon recht rasant aussehen, wenn ich durch die Gegend laufe und 20 CM vor einem Pfosten einen Bogen schlage... Aber es klappt, und das ist wichtig.
Ach ja... da waren ja noch die Gewitter: Schon mal darauf geachtet, wie still die Vögel werden, wenn Blitz und donner gedenken, nicht an einem vorbeizuziehen, sondern auf direktem Weg hallo sagen zu wollen?
So pflege ich meine Ohren und mein Gehör, um so lange wie möglich davon Gebrauch machen zu können. OK: so ab und an gibt's schon mal laute Musik, und das auch direkt auf die Ohren! Aber ansonsten behandele ich meinen lebenswichtigsten Sinn neben dem Tastsinn wie ein rohes Ei.
Wer jetzt noch Näheres über Ohren und Gehör wissen will, der klicke bitte auf das Hörforum.
Und wer meint, er hört schlecht, der kann den Online-Hörtest bei netdoktor.de machen.
Einen echten, realen Online-Hörtest gibt's entweder bei telewelfare.com oder bei www.telezdrowie.pl/.
Die Erde Tönt. Was wir nicht, und doch hören können... (Quelle: www.heise.de)
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